Kundenakquise B2B: 8 Wege im Vergleich, mit Selbsttest

Inhalt
Kundenakquise im B2B heißt, andere Unternehmen als Kunden zu gewinnen, und läuft vereinfacht über drei Stufen: Ein Entscheider bemerkt Ihr Unternehmen, prüft es, etwa über Website und LinkedIn-Profile, und fragt dann an. Empfehlung und Messe schaffen Reichweite und erleichtern die Prüfung, doch wann und wie oft das passiert, bestimmen andere. Planbar wird es, wenn Sie zuerst die Prüfung bestehen und danach Reichweite aufbauen.
Das Wichtigste in Kürze
- Neue Geschäftskunden entstehen vereinfacht in drei Stufen: Reichweite, Prüfung von Website und Profilen, Anfrage. Scheitert die Prüfung oder fehlt ein Ansprechpartner, bringt auch doppelte Reichweite keine Anfrage.
- Empfehlung und Messe liefern Kontakte mit Vertrauen, aber wann und wie viele, bestimmen Sie nicht.
- Den Takt selbst bestimmen Sie bei Kaltakquise, Anzeigen, Fachartikeln bei Google und Beiträgen Ihrer Fachleute auf LinkedIn. Fachartikel bleiben auffindbar, Anrufe und Anzeigen wirken nur, solange Sie anrufen oder zahlen.
- Zuerst kommen Website und Profile, danach die Reichweite. Eine bessere Prüfung wirkt auf alle Kontakte, auch auf die aus Messe, Empfehlung und Kaltakquise.
Was Empfehlung und Messe leisten und was nicht
Ein empfohlener Kontakt kennt Ihren Ruf, bevor er anruft, und am Messestand sieht ein Entscheider Maschine und Mensch zugleich. Wer damit gewachsen ist, hat gute Gründe, dabei zu bleiben.

Nach der 95-5-Regel des LinkedIn B2B Institute, die ihr Autor John Dawes 2021 selbst eine Faustregel nannte, sind bis zu 95 % der potenziellen B2B-Käufer gerade nicht im Markt. Kommt der Bedarf, greifen sie laut Dawes vor allem auf ihr Gedächtnis zurück, also auf Anbieter, die ihnen schon begegnet sind. Wer einem Entscheider nur einmal im Jahr am Stand begegnet, ist bis zum Bedarf womöglich vergessen.
Die drei Stufen der Kundenakquise im B2B
Die erste Stufe ist Reichweite, etwa ein Beitrag auf LinkedIn, ein Fachartikel bei Google, ein Messegespräch oder ein Anruf. Die zweite ist die Prüfung, bei der ein Entscheider Website und LinkedIn-Profile ansieht und entscheidet, ob er Ihnen den Auftrag zutraut. Die dritte ist die Anfrage, für die er einen Namen, eine Telefonnummer oder einen Termin braucht.
Bei der Prüfung wiegen Fachinhalte schwerer als Prospekte. Fast drei Viertel der befragten Entscheider (73 %) im B2B Thought Leadership Impact Report 2024 von Edelman und LinkedIn sehen in den Fachinhalten eines Anbieters eine vertrauenswürdigere Grundlage als in Marketingmaterial und Produktblättern, wenn sie einschätzen, was er kann.
Befragt wurden Ende 2023 online über LinkedIn und auf Englisch 3.484 Führungskräfte in sieben Ländern, darunter Deutschland. Als Entscheider zählte die Studie nur Führungskräfte, die solche Fachinhalte lesen und über die Wahl von Anbietern mitentscheiden.

Rechenbeispiel: Reichweite verdoppeln oder Prüfung verbessern
Die Stufen multiplizieren sich. Ein ausgedachtes Beispiel mit angenommenen Quoten: 5.000 Menschen aus Ihrer Zielgruppe sehen im Monat einen Beitrag oder Artikel, 2 % davon prüfen Website oder Profil, und 2 % von ihnen fragen an.
| Fall | Rechnung | Anfragen im Monat |
|---|---|---|
| Ausgangslage | 5.000 × 2 % × 2 % | 2 |
| Reichweite verdoppelt | 10.000 × 2 % × 2 % | 4 |
| Prüfung verbessert, doppelt so viele fragen an | 5.000 × 2 % × 4 % | 4 |
| Kein Ansprechpartner zu finden | 10.000 × 2 % × 0 % | 0 |
Doppelte Reichweite kostet jeden Monat mehr Beiträge, Artikel oder Budget, eine bessere Prüfung vor allem einmal Arbeit an Website und Profilen.
Welche Kanäle Sie selbst steuern können
Die Tabelle nennt Stärken und Schwächen der üblichen Wege der Neukundengewinnung im B2B. Steuerbar ist ein Weg, wenn Sie Zeitpunkt und Menge selbst bestimmen.
| Weg | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Empfehlung | Der Kontakt bringt das Vertrauen des Empfehlenden mit | Kommt, wann er will, und wächst nur mit Ihrem Netzwerk |
| Messe | Viele Gespräche an wenigen Tagen, Produkte zum Anfassen | Zwischen den Messen ruht der Kanal, der Ertrag hängt am Nachfassen |
| Kaltakquise am Telefon | Sofort steuerbar, erreicht mit einem konkreten Anlass auch Firmen, die noch nie von Ihnen gehört haben | Kostet Zeit je Gespräch, enge rechtliche Grenzen (siehe unten) |
| Direktansprache auf LinkedIn (Social Selling) | Persönlich und gezielt, der Empfänger sieht gleich, wer schreibt | Kostet Zeit je Kontakt, ohne Bezug zu einem Beitrag oder Gespräch fehlt ein Anlass zu antworten |
| Gekaufte Leads und Adresslisten | Schnell viele Kontakte oder Anfragen mit Bedarf | Adressen ohne Anlass, Werbe-E-Mails brauchen eine Einwilligung |
| Anzeigen bei Google und LinkedIn | Ab dem ersten Tag sichtbar, Budget steuerbar | Endet mit dem Budget |
| Fachartikel bei Google und in KI-Antworten | Erreicht Menschen in dem Moment, in dem sie Antworten auf ihr Problem suchen | Den ersten Platz kann niemand garantieren, schreibt Google selbst |
| Beiträge von Fachleuten auf LinkedIn | Erreicht die Netzwerke Ihrer Leute, Entscheider lernen die Person kennen | Kostet Zeit der Fachleute und braucht einen festen Takt |
Wir empfehlen Fachartikel und, wenn Ihre Kunden auf LinkedIn sind, Beiträge Ihrer Fachleute, weil derselbe Text erst einen Entscheider erreicht und danach bei der Prüfung auf Ihrer Website oder im Profil bereitliegt.
Für beide Wege bieten wir selbst je ein System an. Unser Entscheider-Magnet formuliert aus Sprachnachrichten Ihrer Fachleute LinkedIn-Beiträge, die jede Person vor dem Veröffentlichen freigibt (Ghostwriting per KI), unsere Sichtbarkeits-Maschine liefert Fachartikel bis in Ihr CMS. Beide kosten eine laufende Lizenz.
Kaltakquise und gekaufte Leads
Kaltakquise am Telefon ist der Weg, den Sie am schnellsten selbst steuern. Rechnen Sie damit, dass ein Angerufener vor dem Termin Ihre Website und Ihr LinkedIn-Profil ansieht.
Rechtlich gilt in Deutschland § 7 Abs. 2 UWG. Danach braucht ein Werbeanruf bei einem Unternehmen dessen zumindest mutmaßliche Einwilligung, eine Werbe-E-Mail die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers, außer in einer engen Ausnahme für Bestandskunden. Mutmaßlich heißt nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs, dass konkrete Umstände ein Interesse gerade dieses Unternehmens an Ihrem Anruf vermuten lassen.
Dass eine Firma Ihr Angebot allgemein brauchen könnte oder in ihrer Branche Werbeanrufe üblich sind, reicht dafür nicht. Das ist ein Hinweis, keine Rechtsberatung, und Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln.
Gekaufte Adresslisten liefern Namen und Kontaktdaten ohne Anlass, und für Werbe-E-Mails an diese Adressen gilt dieselbe Einwilligungspflicht. Anfrage-Portale verkaufen Anfragen mit Bedarf. Fragen Sie vor dem Kauf, an wie viele Anbieter das Portal dieselbe Anfrage weitergibt.
Erst die Prüfung, dann die Reichweite
Wir empfehlen fünf Schritte in dieser Reihenfolge.
-
GrundlageGeschäftsführung Zielkunden aus dem Bestand ableiten
Die letzten zehn Neukunden fragen, wie sie auf Sie kamen und was sie vorher geprüft haben
-
PrüfungMarketing Website prüfbar machen
Was ein Entscheider dort sucht, fragt der Selbsttest unten ab
-
PrüfungAlle mit Kundenkontakt LinkedIn-Profile überarbeiten
Von der Geschäftsführung bis zum Vertrieb
Erst wenn die Prüfung hält, lohnt sich Reichweite.
-
ReichweiteFachleute Reichweite aufbauen
Beiträge unter eigenem Namen auf LinkedIn, Fachartikel für Google und KI-Antworten
-
AnfrageVertrieb Anfragen auffangen
Jede Anfrage mit Datum und Herkunft in eine Liste oder ins CRM, damit Sie sehen, welcher Kanal trägt
Für die Profile der Geschäftsführung gibt es einen eigenen Leitfaden zu Personal Branding auf LinkedIn. Wie Fachleute Reichweite aufbauen, zeigt der Leitfaden zum Corporate-Influencer-Programm, den Aufbau eines Systems für Fachartikel beschreibt der Artikel SEO mit KI. Ob sich für eingehende Anfragen eine E-Mail-Strecke lohnt, klärt der Artikel zur Marketing-Automatisierung.
Auf LinkedIn können Ihre Mitarbeiter Kontakte erreichen, die Ihrer Firmenseite nicht folgen. Nach einem E-Book von LinkedIn ohne Datum und Methodik, dessen Beispielbilder auf 2016 datiert sind, haben die Mitarbeiter eines Unternehmens zusammen im Schnitt zehnmal so viele Kontakte, wie das Unternehmen Follower hat. Wie viele davon ein einzelner Beitrag erreicht, sagt diese Zahl nicht.
LinkedIn und Fachartikel ergänzen sich, denn auch bei der Suche bevorzugen Käufer laut John Dawes Marken, die sie schon kennen.
Wo Sie bei den Schritten 2 bis 5 stehen, zeigt der Selbsttest.
Besteht Ihr Unternehmen die Prüfung?
Auswertung, Richtwerte
- 0 bis 3 Kreuze Reichweite verpufft an der Prüfung.
- 4 bis 6 Kreuze Bei den leeren Kästchen ansetzen.
- 7 bis 8 Kreuze Die Prüfung hält, Reichweite lohnt sich.
Zwei oder mehr Kästchen leer? In der kostenlosen Potenzial-Analyse klären wir mit Ihnen, wo Ihre Anfragen hängen bleiben.
Wie es bei der Metall-Chemie Holding lief
Bei der Metall-Chemie Holding mit fünf Tochterunternehmen war die Website nicht auf Anfragen ausgelegt, SEO-Artikel über Agenturen waren zu teuer und LinkedIn-Beiträge für alle Töchter zu aufwendig.
Wir haben dort zuerst die Website der Holding und die LinkedIn-Profile der wichtigsten Köpfe überarbeitet, danach kamen Fachartikel für die neue Website und Beiträge aus Sprachnachrichten von Mitarbeitern aller fünf Töchter. Die Holding steuert alles über ein gemeinsames Dashboard, ab Werk erscheint dabei kein Beitrag ohne Freigabe der Person, unter deren Namen er steht. Diese Kombination ist unser 360° Entscheider-Magnet.
Bei Smart Engineers begann der Geschäftsführer mit Beiträgen aus Sprachnachrichten, um Mitarbeiter zu gewinnen, und bekam darüber direkte Geschäftsanfragen.
Fazit: Bei den letzten zehn Neukunden anfangen
Rufen Sie in dieser Woche Ihre letzten zehn Neukunden an und gehen Sie den Selbsttest mit Website und Profilen durch. Was dabei leer bleibt, beheben Sie zuerst. Messe und Empfehlung laufen weiter wie bisher.
Vorlage: Fünf Fragen an Ihre letzten zehn Neukunden
Telefonat mit [Name], [Firma], am [Datum]
- Wie sind Sie zum ersten Mal auf uns gekommen?
- Was haben Sie sich vor dem ersten Gespräch über uns angesehen: Website, LinkedIn-Profile, Bewertungen oder etwas anderes?
- Was hat den Ausschlag gegeben, uns anzufragen, und was hätte Sie fast abgehalten?
- Wer hat bei Ihnen mitentschieden, und wer hat den Kontakt angestoßen?
- Mit welchen Anbietern haben Sie uns verglichen?
Notieren Sie dazu Branche, Größe und Anlass des Auftrags.
So ist dieser Artikel entstanden
Ein KI-System hat das Thema recherchiert und diesen Artikel geschrieben. Jede Zahl aus Studien und Statistiken hat es bis zur Originalquelle verfolgt und im Text verlinkt, bei Reports hinter einem Formular die Seite des Herausgebers.
Die Bilder sind KI-Illustrationen, auch das Diagramm hat das System erstellt. Veröffentlicht haben wir den Artikel als Redaktion Clevermation.
Häufige Fragen
Häufige Fragen: Vertrieb im Mittelstand
Wie lange dauert es, bis LinkedIn oder Fachartikel Anfragen bringen?
Lohnt sich eine Messe noch, wenn Sie online sichtbar werden?
Wer im Unternehmen sollte dafür sorgen, dass Anfragen kommen?
Brauchen Sie ein CRM, bevor Sie mit Reichweite anfangen?
Was, wenn Ihre Kunden kaum auf LinkedIn sind?
Sollten Sie Anzeigen schalten, bis Google Ihre Fachartikel findet?
Fragen Sie eine KI zu diesem Artikel
Laden Sie den Artikel in eine KI Ihrer Wahl und stellen Sie Fragen zum Inhalt.
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