Clevermation
Marketing im Mittelstand9 Min. Lesezeit

Redaktionsplan für Blog und LinkedIn: Vorlage für B2B-Teams

Jonne Schwegmann
Head of Product, ClevermationVeröffentlicht: 27. Oktober 2026
Eine Marketingleiterin heftet eine Karte an eine Pinnwand, ein Kollege in Arbeitsjacke zeigt auf eine andere Karte, dahinter eine Fertigungshalle

Ein Redaktionsplan, oft auch Content-Plan genannt, legt fest, welcher Beitrag wann auf welchem Kanal erscheint und wer ihn liefert, schreibt und freigibt. Im B2B-Mittelstand scheitert er nach unserer Erfahrung am häufigsten an der Produktion, etwa wenn der Entwurf auf das Fachwissen aus Technik oder Vertrieb wartet. Ein Plan hält, wenn er neben den Terminen die Produktion plant: mit Namen und Fristen für Fachwissen, Entwurf und Freigabe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Plan, der hält, nennt je Beitrag Termin, Kanal und Thema sowie drei Namen: wer das Fachwissen liefert, wer den Entwurf schreibt und wer freigibt.
  • Bei unseren Kunden starten wir typischerweise mit zwei Blogartikeln im Monat und einem LinkedIn-Beitrag pro Woche.
  • Bei Unternehmen, die zu uns kommen, sind frühere Pläne am häufigsten an drei Dingen gescheitert: Der fachliche Input fehlte, das Schreiben dauerte zu lange, oder niemand war zuständig.
  • Wir empfehlen, jeden LinkedIn-Beitrag im Profil einer Person aus dem Team zu veröffentlichen. Die Unternehmensseite teilt ihn und verstärkt so die Stimmen Ihrer Fachleute.

Woran Pläne im Mittelstand scheitern

Bei Unternehmen, die zu uns kommen, hören wir am häufigsten drei Gründe, warum frühere Pläne eingeschlafen sind:

  1. Fachlicher Input fehlt. Das Marketing kennt die Kanäle, das Fachwissen sitzt in Technik, Service und Vertrieb. Ohne diesen Input entstehen austauschbare Texte oder gar keine.
  2. Schreiben dauert zu lange. Ein Blogartikel mit Recherche, Abstimmung und Korrekturen braucht Stunden am Stück, die neben Messe und Tagesgeschäft fehlen.
  3. Niemand ist zuständig. Der Plan gehört „dem Marketing“ und damit keiner bestimmten Person. Fällt jemand aus oder drängt ein Kundenprojekt, bleibt er liegen.

Eine Befragung von B2B-Marketern zeigt ein ähnliches Bild. Im Report B2B Content and Marketing Trends: Insights for 2026 von Content Marketing Institute und MarketingProfs (2025) zählen 39 % der Befragten knappe Zeit, Leute und Budget zu ihren drei größten Hürden im Content-Marketing, die Entwicklung von Strategie und Plan nur 16 %. Und 37 % geben an, dass bei ihnen weniger als 5 % der Mitarbeiter mit Fachwissen aktiv zu Fachbeiträgen beitragen.

Der Report wertet 1.015 B2B-Marketer aus, befragt von Juni bis August 2025, überwiegend aus Nordamerika und knapp die Hälfte aus Technologieunternehmen und Agenturen. Gesponsert hat die Studie der CMS-Anbieter Storyblok.

Die Vorlage unten hat deshalb für jede der drei Bruchstellen eine eigene Spalte.

Die Redaktionsplan-Vorlage zum Übernehmen

Die Vorlage hat elf Felder. Damit sie auch auf dem Smartphone lesbar bleibt, stehen die Felder hier untereinander, daneben ein ausgedachtes Beispiel eines Maschinenbauers für einen Blogartikel und den LinkedIn-Beitrag, der ihn aufgreift. In der CSV-Datei für Excel oder Google Sheets bilden die elf Felder die Kopfzeile, jeder Beitrag steht in einer eigenen Zeile.

Vorlage: Plan für Blog und LinkedIn
SpalteBlogartikelLinkedIn-Beitrag
VeröffentlichungDo, 19.11.Di, 24.11.
Kanal und FormatWebsite, RatgeberLinkedIn, Textbeitrag im Profil der Servicetechnikerin
Arbeitstitel„Retrofit oder neue Fräsmaschine: Was sich wann rechnet“„Was ich vor jedem Retrofit zuerst prüfe“
Suchanfrageretrofit fräsmaschineentfällt
Für wenWerkleitung und Instandhaltung bei LohnfertigernInstandhaltungsleiter aus der Zielkundenliste
Fachwissen vonServicetechnikerin, Gespräch von 15 MinutenServicetechnikerin, Sprachnachricht
Entwurf vonMarketingleiterinMarketingleiterin
Freigabe durchLeiter ServiceServicetechnikerin
FristenInput 5.11., Entwurf 12.11., Freigabe 17.11.Sprachnachricht 19.11., Entwurf 20.11., Freigabe 23.11.
StatusEntwurfIdee
VerbreitungVertrieb schickt den Link an Kunden mit dieser FrageUnternehmensseite teilt am 25.11.

Für den Status reichen sechs Werte: Idee, Input da, Entwurf, freigegeben, veröffentlicht und Reserve. Felder wie Kampagne oder Kennzahl ergänzen Sie erst, wenn der Takt acht Wochen gehalten hat.

Eine Marketingleiterin sitzt mit Stift vor einem ausgedruckten Planungsraster, hinter ihr eine Fertigungshalle
Illustration: Ein Monat passt auf ein Blatt.

Mit welchem Takt Sie starten

Bei unseren Kunden starten wir typischerweise mit zwei Blogartikeln im Monat und einem LinkedIn-Beitrag pro Woche. Schreibt Ihr Marketing selbst, kostet dieser Takt nach unserer Schätzung 15 bis 26 Stunden im Monat: 6 bis 10 Stunden je Blogartikel, 30 bis 60 Minuten je LinkedIn-Beitrag und ein bis zwei Stunden für Themenrunde und Pflege des Plans. Das sind rund vier bis sechseinhalb Stunden pro Woche für eine Person, die nebenher Messen, Website und Vertriebsunterlagen betreut.

Dieser Startplan rechnet mit einem LinkedIn-Beitrag pro Woche. Wir empfehlen, diesen Takt acht Wochen ohne Ausfall zu halten und erst dann zu erhöhen.

Sobald mehrere Personen regelmäßig posten, planen Sie einen Beitrag je Person und Woche, so wie im Corporate-Influencer-Programm, das auch beschreibt, wie Sie diese Personen auswählen. Mehr Blogartikel planen Sie erst, wenn das Fachgespräch zur Routine geworden ist.

So sieht ein ausgedachter Monat im Startrhythmus aus, jeder Artikel liefert dabei einen LinkedIn-Beitrag.

WocheBlogartikelLinkedIn-Beitrag
1Artikel 1 zu einer häufigen KundenfrageVertriebsleiter: was ein Kunde diese Woche gefragt hat
2kein ArtikelServicetechnikerin: ihre Antwort auf die Frage aus Artikel 1
3Artikel 2, etwa Retrofit und Neukauf im VergleichGeschäftsführung: Einschätzung zu einem Branchenthema
4Themenrunde für den Folgemonat, 30 MinutenKonstrukteur: ein Detail aus Artikel 2

Jeder LinkedIn-Beitrag steht mit dem Namen der Person im Plan, in deren Profil er erscheint. Die Unternehmensseite teilt ihn danach, sie verstärkt die Stimmen Ihrer Fachleute und ersetzt sie nicht. Wir empfehlen das, weil ein Entscheider, der auf einen Beitrag reagiert, danach mit genau dieser Person sprechen kann.

Wer Fachwissen liefert, schreibt und freigibt

Die Fachperson liefert den Inhalt, das Marketing oder ein System schreibt den Entwurf, und eine feste Person gibt frei, bei LinkedIn immer die Person, in deren Profil der Beitrag erscheint. Eine Planverantwortliche mit benannter Vertretung fasst nach und entscheidet bei Ausfällen.

Bitten Sie Fachleute um ein Gespräch von 15 Minuten oder eine Sprachnachricht, keinen Text. Erzählen fällt ihnen leichter als Schreiben, und direkt nach dem Kundentermin ist die Frage des Kunden noch frisch.

Ein Konstrukteur erklärt an einer Fräsmaschine etwas, eine Kollegin aus dem Marketing schreibt mit
Illustration: Das Fachwissen holt das Marketing im Gespräch ab.
Vorlage: Sechs Fragen für das Gespräch mit der Fachperson

Gespräch mit [Name] zu [Arbeitstitel], 15 Minuten

  1. Welche Frage hat ein Kunde zuletzt gestellt, die Sie schon oft beantwortet haben?
  2. Was antworten Sie, und woran machen Sie die Antwort fest?
  3. Welcher Fehler passiert dabei in der Praxis am häufigsten?
  4. Welches Projekt zeigt das, und dürfen wir den Kunden nennen oder nur ohne Namen davon erzählen?
  5. Welche Zahl oder Erfahrung kennen nur Sie oder Ihr Team?
  6. Was raten Sie einem Kunden, der nächste Woche entscheiden muss?

Nehmen Sie das Gespräch nur mit Zustimmung der Person auf, und lassen Sie sie den Entwurf gegenlesen.

Rechnen Sie die Fristen vom Veröffentlichungstag rückwärts.

  1. Planverantwortliche Zeile anlegen

    Termin, Thema und drei Namen eintragen

    Vormonat
  2. Fachperson Fachgespräch

    15 Minuten oder Sprachnachricht: Kundenfrage und Antwort

    14 Tage vorher
  3. Marketing oder System Entwurf

    Im Stil des Hauses, die Fachperson liest gegen

    7 Tage vorher
  4. Freigebende Person Lesen, ändern, freigeben

    Eine feste Person, fachlich zuständig

    Ohne Freigabe erscheint nichts.

    2 Tage vorher
  5. Marketing Veröffentlichen

    Der Artikel geht im CMS online

    0 Tage vorher
  6. Vertrieb Weitergeben

    Link an Kunden mit dieser Frage

    danach
Unsere Empfehlung für einen Blogartikel. Für einen LinkedIn-Beitrag reichen drei Werktage, siehe Vorlage.

Halten Sie zwei fertige, freigegebene Reservebeiträge ohne Datum bereit, einen Blogartikel und einen LinkedIn-Beitrag. Fehlt eine Freigabe zum Termin, rückt die Reserve nach, und der Beitrag wandert eine Woche nach hinten. Ein Beitrag gilt nie als freigegeben, nur weil eine Frist abgelaufen ist.

Wie Sie die Schreibzeit senken

Die Tabelle vergleicht vier Wege, wie die Entwürfe entstehen.

WegStärkeSchwäche
Marketing schreibt selbstTon und Termine bleiben im Haus6 bis 10 Stunden je Blogartikel (geschätzt), das Fachwissen kommt aus zweiter Hand
Fachleute schreiben selbstJeder Satz kommt aus erster HandSchreiben konkurriert mit Kundenterminen und Projekten
Agentur oder freie TexterGeübte Schreiber, wenig Arbeit im HausLaufendes Honorar, das Fachwissen müssen Sie trotzdem liefern
System mit Fachgespräch (KI-Entwurf, Freigabe durch Menschen)Fachleute sprechen statt zu schreiben, der Entwurf liegt kurz nach dem Gespräch vorLaufende Kosten, zum Start Stil und Themen einrichten, erste Entwürfe brauchen Korrekturen

Wir empfehlen das System mit Fachgespräch, weil es zwei der drei Bruchstellen angeht: Die Fachperson spricht, und der Entwurf entsteht ohne ihre Schreibzeit. Die Zuständigkeit bleibt Ihre Aufgabe. Diesen Weg bieten wir selbst an.

Unsere Sichtbarkeits-Maschine schlägt Themen für Ihren Blog vor, fragt vor dem Schreiben nach, wo ihr Fachwissen aus Ihrem Team fehlt, und veröffentlicht einen Artikel erst, wenn ein Mensch ihn freigibt. Unser Entscheider-Magnet formuliert aus Sprachnachrichten Ihrer Fachleute LinkedIn-Beiträge, die jede Person vor dem Veröffentlichen freigibt (Ghostwriting per KI).

Bei der Metall-Chemie Holding haben wir beide Wege zusammen eingeführt: SEO-Artikel für die neue Website und LinkedIn-Beiträge aus Sprachnachrichten von Mitarbeitern aller fünf Tochterunternehmen, gesteuert über ein Dashboard der Holding. Beide Systeme gehören zu unserem 360° Entscheider-Magnet. Was Texter, Agenturen und KI-Systeme kosten, vergleicht der Artikel SEO-Texte schreiben lassen.

Was Sie jeden Monat prüfen

In der Themenrunde am Monatsende prüfen Sie, ob jeder Beitrag zum Termin erschienen ist, bei welchen Suchanfragen Ihre Artikel auftauchen und welche Entscheider aus Ihrer Zielkundenliste auf LinkedIn reagiert haben. Wir empfehlen, Blogartikel frühestens nach drei Monaten zu bewerten, weil Google neue Seiten erst finden und einordnen muss. Wie der Vertrieb aus einer Reaktion ein Gespräch macht, beschreibt der Artikel zu Social Selling.

Hält Ihr Plan?

  • Vorlage
  • Zuständigkeit
  • Zuständigkeit
  • Zuständigkeit
  • Takt
  • Takt
  • Zuständigkeit

Auswertung, Richtwerte

  • 0 bis 3 Kreuze Der Plan steht nur auf dem Papier.
  • 4 bis 6 Kreuze Mit dem ersten leeren Kästchen anfangen.
  • 7 bis 8 Kreuze Der Plan hält. Erhöhen Sie, sobald der Takt acht Wochen ohne Ausfall stand.

Drei oder mehr Kästchen leer? In der kostenlosen Potenzial-Analyse klären wir mit Ihnen, wo Ihr Plan hängt.

Fazit: Drei Namen je Zeile

Tragen Sie den nächsten Monat in die Vorlage ein, mit zwei Blogartikeln, vier LinkedIn-Beiträgen und drei Namen je Zeile. Führen Sie mit jeder Fachperson ein Gespräch von 15 Minuten, bevor der erste Entwurf entsteht.

So ist dieser Artikel entstanden

Den Entwurf hat unsere Sichtbarkeits-Maschine recherchiert und geschrieben, nachdem sie Jonne Schwegmann gefragt hatte, mit welchem Takt wir bei Kunden starten und woran deren Pläne vorher gescheitert sind.

Ein weiteres KI-System hat den Entwurf überarbeitet, die Quellen bis zum Herausgeber verfolgt und Bilder und Diagramm erstellt, die Bilder sind KI-Illustrationen. Die Zahlen des Content Marketing Institute stammen von dessen Website, den vollständigen Report gibt es nur hinter einem Formular. Jonne Schwegmann hat den Artikel gelesen und freigegeben.

Häufige Fragen

Häufige Fragen: Marketing im Mittelstand

Wie weit im Voraus sollten Sie planen?
Wir empfehlen, Themen für ein Quartal grob zu sammeln und Termine mit Namen jeweils einen Monat im Voraus festzulegen. Messen, Projekte und neue Kundenfragen verschieben spätere Termine ohnehin.
Welches Werkzeug eignet sich für die Planung?
Für den Start reicht eine geteilte Tabelle, die alle Beteiligten öffnen können. Ein Projektwerkzeug wie Asana oder Trello lohnt sich, sobald mehrere Leute Entwürfe abstimmen und an Fristen erinnert werden sollen.
Bevorzugt Google Websites, die häufig veröffentlichen?
Eine bevorzugte Häufigkeit nennt Google in seinem Leitfaden zu hilfreichen Inhalten auf Google Search Central nicht. Viele neue Inhalte hinzuzufügen, vor allem damit die Website für das Ranking neu wirkt, führt Google dort als Warnzeichen und schreibt dazu: Das funktioniert nicht.
Gehören Newsletter und Messen in denselben Plan?
Ja, wenn dieselben Leute daran arbeiten. Wir empfehlen, Messen als feste Termine einzutragen und in den zwei Wochen davor keinen neuen Blogartikel einzuplanen.
Dürfen Mitarbeiter über Kunden und Projekte schreiben?
Ja, mit Zustimmung des Kunden, und Projekte unter Verschwiegenheitsvereinbarung gehören auf eine Sperrliste. Halten Sie solche Regeln in einem Leitfaden auf einer Seite fest, den alle im Plan kennen.
Wie viele Themen brauchen Sie vor dem Start?
Wir empfehlen einen Vorrat von acht Themen mit benannter Fachperson. Das reicht im Startrhythmus für vier Monate Blogartikel, die LinkedIn-Beiträge entstehen zum Teil aus denselben Gesprächen.

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